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Cover The Wise Man's Fear englisch

Der zweite Band der Kingkiller Chronicle / Die Königsmörder-Chronik erzählt vom zweiten der drei Tage, die Kvothe dem Chronisten für die Erzählung seiner Lebensgeschichte versprochen hat. Auch an diesem Tag schildert er detailliert Jahre aus seiner abenteuerlichten Vergangenheit, während die Erzählung immer wieder durch Rücksprünge in die Taverne unterbrochen werden. Bewohner des Dorfes, in das sich der Held Kvothe und der Feenprinz Bast zurückgezogen haben, kommen zum Mittagessen vorbei oder um sich vom Chronisten Schriftstücke anfertigen zu lassen. Die drei Protagonisten erhalten ihre Charade aufrecht und lassen sich Situationen einfallen, in denen sie von den Dorfbewohnern „erwischt“ werden können, um nach deren Weggehen ihre Geschichtenerzählung fortzusetzen.

Die Rückblicke in Kvothes Leben setzen dort an, wo der erste Band The Name of the Wind / Der Name des Windes geendet hat: Kvothe schlägt sich an der Universität durch und kämpft mit den hohen Studiengebühren und Attacken seines Erzfeindes und Mitstudenten Ambrose Jakis, der ihn diesmal sogar unter Drogen setzt, um seine Aufnahmeprüfung für das neue Semester zu sabotieren. Erneut muss sich Kvothe Geld von Devi leihen.

Da es ihm im ersten Buch gelungen war, den Namen des Windes auszusprechen und so die Aufmerksamkeit von Meister Elodin auf sich zu ziehen, kann Kvothe nun endlich den Kursus an der Universität belegen, den er sich so sehnlich erwünscht hat: Das Erlernen von Namen. Doch dieser Kurs ist so gar nicht das, was er sich erhofft hatte. Statt praktischem Unterricht und schnellen Resultaten sehen sich die wenigen, von Elodin persönlich ausgewählten Studenten mit einem häufig abwesenden Lehrmeister und scheinbar unnützen Aufgabenstellungen konfrontiert. Einen großen Vorteil für Kvothe hat der Kurs dennoch, da Meister Elodin ihm endlich den Zutritt zu den Archiven der Bibliothek verschafft und so kann Kvothe endlich seine Suche nach den Mördern seiner Familie, den Chandrian, und deren vermutlichen Feinden den Amyr fortsetzen. Doch trotz endloser Suchen in den Archiven kann Kvothe außer ein paar Zeilen in Märchen und Sagen nichts Konkretes herausfinden. Er kommt zu der Vermutung, dass die Amyr noch existieren könnten und alle Aufzeichnungen über ihren Orden selbst zerstört haben.

Kvothes Freundin Denna lässt sich unterdessen von Ambrose bewerben und verliert dabei einen Ring an ihn, der ihr sehr wichtig ist. Natürlich versucht Kvothe ihr zu helfen und bricht in Ambroses Zimmer ein, um den Ring zu finden. Doch zum einen ist dieser nicht dort und zum anderen hinterlässt Kvothe Blut am Tatort, dass Ambrose, ohne die genauer Natur seines Einbrechers zu kennen, benutzen kann, um magische Angriffe auf diesen durchzuführen. Trotz eines Schutzamulettes, dass sich Kvothe unter Brechen einiger Universitätsregeln anfertigen kann, muss er die Angriffe, hinter denen schnell tödliche Absichten stecken, stoppen. Jedoch können ihn seine Freunde davon überzeugen, dass hinter den Angriffen viel wahrscheinlicher die Geldverleiherin Devi steckt. Bei der darauf folgenden Konfrontation der beiden kommt es zum magischen Duell und zum Bruch in ihrer Freundschaft. Nachdem Devi als Täterin ausgeschlossen ist, schließen sich die Freunde zusammen, um den Quell der magischen Angriffe per Magie zu zerstören. Ihnen gelingt es dabei auch Devi mit auf ihre Seite zu ziehen und sie teilweise mit Kvothe zu versöhnen. Ihrer magischen Gegenattacke setzt Ambroses Zimmer in Brand und versetzt Kvothe in die Lage Dennas Ring zurückzuerobern. Jedoch ist diese wie so häufig für längere Zeit verschwunden und er kann ihr den Ring vorerst nicht zurückgeben.

Kvothes viele öffentliche Eskapaden, darunter auch eine durch Ambrose inszenierte Anklage samt spektakulären Prozess, führen dazu, dass ihn seine Freunde und sogar seiner Lehrer davor warnen, sich der Prüfung für das nächste Semester zu stellen. Die daraus resultierenden Studiengebühren würde er sich nicht leisten können. Meister Elodin erzählt ihm, dass in früheren Zeiten häufig Studenten Urlaubssemester genommen haben, um außerhalb der Universität nach dem Namen des Windes zu suchen und legt Kvothe nahe, dies auch zu tun. Graf Threpe hat unterdessen ein Gesuch von einem befreundeten und reichen Adeligen aus einer sehr weit entfernten Stadt erhalten, der einen Musiker und Poeten sucht. Er schickt Kvothe in der Hoffnung los, dort endlich einen Patron für sich zu finden.

Dies führt Kvothe auf eine lange und abenteuerliche Reise mit Hofintrigen, einem ständigen Auf und Ab in der Gunst seines Auftraggebers, einem nicht so glücklichem Wiedersehen mit Denna, der Jagd nach Räubern, einem Ausflug in die Welt der Feen und in das Land der Ademre, wo er deren Kampftechniken erlernt. The Wise Man's Fear / Die Furcht des Weisen ist sehr umfangreich, so sehr, dass es im Deutschen in die zwei Bände aufgeteilt werden musste. Die oben stehende Inhaltsangabe geht lediglich bis zur Hälfte des Buches und dann geht es erst richtig los! Zwar enthält der Anfang des Buches nur wenige große Ereignisse, macht aber auf jeder Seite neugierig auf die Auflösung der kleinen Ereignisse. Kvothes Leben ist geprägt von einem Hin und Her aus Glücks- und Unglücksfällen, die den Leser mit ihm eifern und verzweifeln lassen.

Die zweite Hälfte stellt dann alles Bisherige in den Schatten. Selbst den Kampf gegen den Drachen in The Name of the Wind / Der Name des Windes. Kvothe rettet Leben, tötet Räuber mit seiner immer stärker werdenden Magie, lernt Sprachen und Kampftechniken einer anderen Zivilisation, begegnet einem unheilprophezeiendem Orakel und entkommt sogar dem schönsten aller Feenwesen, das alle andere Männer bis zu deren Tode im Bett verbraucht. Doch Kvothe verlässt sie mit Geschenken. Während es in der von ihm erzählten Geschichte am Ende des zweiten Bandes der Kingkiller Chronicle / Die Königsmörder-Chronik für Kvothe ganz gut aussieht, endet sein Tag in der Taverne damit, dass er von zwei Soldaten überfallen und zusammengeschlagen wird. Nachdem dem Leser im ersten Buch gezeigt wurde, dass seine Magie ihm nicht mehr zur Verfügung steht, merkt man nun, dass er auch seine mächtigen Kampftechniken nicht mehr richtig einsetzen kann. Bast ist beinahe am Verzweifeln darüber, dass es ihm und dem Chronisten nicht gelingt, Kvothe dazu zu motivieren, zu seinem alten Leben zurückzukehren.

Natürlich möchte man als Leser an dieser Stelle wissen, was dazu geführt hat, dass Kvothes Kräfte so geschwunden sind, ob aus ihm und Denna noch etwas wird, wie und warum er welchen König ermordet, so dass der Titel der Reihe einen Sinn ergibt, ob es seinen beiden Freunden gelingt, ihn von seinem Barkeeperleben loszulösen und wie sich dann die Einmischung des Orakels auf die Geschichte der Welt auswirken wird. Vor allem möchte man wissen, ob im finalen Band der Kingkiller Chronicle / Die Königsmörder-Chronik mehr als nur der dritte Tag vorkommen wird oder ob es vielleicht eine anschließende Reihe geben wird. Ich auf jeden Fall fiebere gespannt dem nächsten Band entgegen und hoffe, dass dieser nicht erneut so lange auf sich warten lassen wird.

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