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Cover The Cuckoo's Calling englisch

Der Tag beginnt nicht gut für Privatdetektiv Cormoran Strike. In der Nacht zuvor hat er sich mit seiner Verlobten Charlotte Schluss gemacht und dabei einen schweren Aschenbecher ins Gesicht geworfen bekommen. Mit einem Teil seiner Habseligkeiten ist er zu Fuß in sein Büro gewandert und hat in seinem Stuhl geschlafen. Der Marsch war eine unangenehme Belastung für seine Beinprothese. Jetzt macht er sich Gedanken darüber, wo er in Zukunft leben soll, denn die Rechnungen in seiner Detektei stapeln sich schon. Seine wenigen Klienten verweigern alle die Zahlung. Als dann auch noch Robin, eine neue Sekretärin von seiner Vermittlungsagentur, vor der Tür steht, scheint sein Tag völlig gelaufen. Er sieht keine Chance Robin auch nur für ihre Probewoche zu bezahlen.

Doch dann taucht wie aus dem Nichts ein reicher Kunde in seiner Detektei auf. John Bristow hat sich für Strike entschieden, da er als Kind mal mit seinem Bruder Charlie Bristow befreundet war. John möchte wissen, was mit seiner Schwester Lula Landry passiert ist. Das junge Modell hat angeblich vor drei Monaten durch einen Sprung von ihrem Apartmentbalkon Selbstmord begangen. Ewig lang haben die Medien darüber berichtet und so will Cormoran den Fall auch anfänglich ablehnen, da er nicht glaubt, dass seine Ermittlungen zu einem anderen Schluss kommen können. Doch John ist einerseits wütend und frustriert, dass ihm niemand glauben möchte und bietet ihm andererseits auch den doppelten Tagessatz. So beschließt Striker doch noch sich der Sache anzunehmen, um zumindest ein paar Rechnungen abbezahlen zu können.

Da er für Robin nicht wirklich etwas zu tun hat, schließt er sie hier und da in seine Ermittlungen mit ein. Zuerst darf sie die Verstorbene ausgiebig googeln und ihn anschließend zum Tatort begleiten. John hat sich sehr auf einen unbekannten, dunkelhäutigen Mann fixiert, der von einigen Überwachungskameras in der Gegend zur Tatzeit aufgenommen wurde. Strikers Meinung nach, wäre es aber ein zu großer Zufall, wenn dieser Mann genau zu dem Zeitpunkt das Haus erreicht hat, zu dem der Sicherheitsmann seinen Platz hinter der undurchsichtigen Eingangstür wegen Magenproblemen für eine Viertelstunde verlassen hat. Zudem ist das Gebäude mit einem Code gesichert. Er tippt demnach eher darauf, dass sich der potentielle Mörder bereits im Gebäude aufgehalten hat. Nach einem Gespräch mit dem Sicherheitsmann und dem Fahrer der Toten, sieht er jedoch auch Lücken in den Alibis der anderen, von der Polizei ausgeschlossenen, Tatverdächtigen. Gelegenheiten wären also vorhanden gewesen und es gibt einige Themen bei denen die befragten Zeugen ausweichend und nervös reagieren.

Da er von Robins Arbeit begeistert und derzeit sehr einsam ist, beschließt er, sie für zwei weitere Wochen einzustellen, während sie nebenbei versucht eine richtige Stelle zu bekommen. In der nächsten Woche trifft er sich mit dem Polizeibeamten, der die Ermittlungen geleitet hat. Im Austausch gegen einen Tipp zum Aufenthaltsort eines gesuchten Mörders erfährt Cormoran unter anderem, dass der drogenabhängige Freund der Getöteten, mit dem sie sich wenige Stunden vor ihrem Tod noch gestritten hat, die ganze Nacht über mit einer Wolfsmaske vor dem Gesicht herumgelaufen ist, um sich vor den Paparazzi zu verstecken. Auch wenn die Polizei nicht davon ausgegangen ist, besteht die Möglichkeit, dass sich hinter der Maske jemand anderes verborgen haben könnte. So ist auch dieses Alibi nicht mehr wasserdicht. Der Polizist willigt ein, ihm die Ermittlungsakten zukommen zu lassen, falls sich Strikes Hinweis auszahlt. Sein nächstes Treffen wurde von John organisiert. Mit ihm trifft er sich in einem teuren Restaurant, um der Frau eines Filmproduzenten. Die beiden haben im selben Gebäude wie die Verstorbene gewohnt und die Frau hat den Sturz beobachtet und glaubt zuvor einen Streit gehört zu haben. Doch der Polizei gegenüber hat sie widersprüchliche Aussagen gemacht und durch die Decken des Hauses ist selbst lautes Brüllen nicht zu hören. Strike spürt, dass sie auch ihm nicht die volle Wahrheit sagt. Einige Punkte jedoch nimmt er ernst und so stellt er nun auch das Alibi und den Aufenthaltsort des Ehepaars in Frage.

The Cuckoo's Calling / Der Ruf des Kuckucks kann mit sehr detailliert ausgearbeiteten Hintergrundgeschichten zu den Charakteren aufwarten. Natürlich werden dabei viele Einblicke in das Privatleben und die Vergangenheit von Cormoran Strike geliefert. So erfährt man auch von seiner drogenabhängen Mutter, seiner Vielzahl von Halbgeschwistern und seinem Leben bei der Ermittlungseinheit der Militärpolizei, das er beendete, nachdem er sein halbes Bein verlor. Cormoran Strike erfüllt das Klischee vom harten, finanziell schlecht dastehenden, in seinem Büro lebenden Privatdetektiv mit der gut aussehenden Sekretärin, wie man ihn aus klassischen Krimis kennt. Hier bietet sich dem Leser entsprechend keine Innovation des Genres. Auch die Auflösung des Falls ist so schon in einigen Krimis dagewesen. Allerdings ist das Genre nicht gerade neu und so gab es vermutlich alles in der einen oder Form schon mal. Die Umsetzung ist J. K. Rowling auf jeden Fall gelungen. Es ist ein fesselnder Fall geworden, der den Leser immer stärker in seinen Bann zieht. Nach und nach wird ein Bild vom Leben des Modells wie ein Puzzle zusammengesetzt. Daher ist The Cuckoo's Calling / Der Ruf des Kuckucks nicht zu vergleichen mit ihrem vorherigen Buch The Casual Vacancy / Ein plötzlicher Todesfall. Robin wird nach und nach immer mehr involviert, bleibt jedoch die meiste Zeit über hinter ihrem Schreibtisch sitzen. Vielleicht wir ihr Part in den kommenden Romanen der Reihe noch weiter ausgebaut. Es wäre auf jeden Fall wünschenswert.

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