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Die Klinge des Schicksals

Tags: Fantasy
09.03.2018
Rezensionsexemplar
Cover Die Klinge des Schicksals deutsch

Die Kriegerin Danéstra, wird auch Die Klinge des Schicksals genannt. Wenn sie sich zur Ruhe begibt, kann es passieren, dass sie das Schicksal zu einer hilfsbedürftigen Person transportiert. Seit vier Jahrzehnten ist dem so und Danéstra hat gelernt damit umzugehen. Ins Bett geht sie jede Nacht nur mit voller Rüstung. Wenn sie keine Heldentaten vollbringt ist sie Gutsherrin und bewacht mit ihren erwachsenen Kindern einen Teil des Kaiserreichs Uthalosa.

Diesmal ist es die schwangere, junge Frau Kalenia, die ihre Hilfe braucht. In einem Königreich im Süden des Subkontinents Nankan wurde die Reisegruppe mit der Kalenia unterwegs war, von Räubern angegriffen. Danéstra erscheint gerade noch rechtzeitig, um ihr das Leben zu retten und die verbleibenden Räuber zu töten. Die Frau erzählt ihr eine unglaubliche Geschichte. Vor 150 Jahren hat sich der Wald gegen die Menschen des angrenzenden Kontinents Yarkin erhoben und sie vernichtet. Städte wurden in Windeseile von Tieren und Monstern überfallen und von schnell wachsenden Pflanzen gesprengt. Der Wald rückte bis an die Grenzen Nankans vor und vertrieb die letzten Überlebenden, die sich anschließend hier niederließen. In den letzten beiden Jahrzehnten bewegte sich die Wildnis nicht weiter vor. Doch nun, so berichtet ihr Kalenia, ist der Wald wieder auf dem Vormarsch und droht ganz Nankan zu zerstören. Die Ursache für den bösen Zauber sind Verschwörer, deren Namen Kalenia nun kennt. Sie bittet Danéstra ihr dabei zu helfen, sie aufzuhalten und sie alle zu töten, da sie nicht nur den Kontinent bedrohen, sondern auch Kalenias Familie und alle Bewohner ihres Dorfes getötet haben.

Danéstra sucht mit Kalenia die Hilfe der anderen Herrscher. Sie beginnt beim König von Taucora. Doch dieser fürchtet Die Klinge des Schicksals, denn er hat Angst davor, dass ihr das Schicksal eines Tages aufträgt, ihm seinen Thron zu nehmen. So lehnt er es sogar ab, auch nur die anderen Könige zu verständigen. Danéstra setzt auf ihre guten Beziehungen zur Königin, die mehr Verstand als ihr ängstlicher Gemahl besitzt. Die Königin kann Danéstra keinen Wunsch abschlagen und entsendet einen Hilferuf an die Höfe. Dennoch steht Danéstra letztendlich mit fast leeren Händen da. Die Könige der umliegenden Reiche sehen wie der König von Taucora in Danéstra die größere Bedrohung für ihre Herrschaft und senden ihr als Unterstützung lediglich Passierscheine für die Durchreise durch ihre Länder. Zum Aufspüren der Verschwörer schließen sich den beiden Frauen lediglich drei Gefährten an: Die Spurenleserin Ireen Klingrod, der Schütze Vytain Dool und Skerbull Schwarz, ein Kämpfer und Universalgelehrter.

Für Die Klinge des Schicksals hat Markus Heitz erneut einen komplexen Weltenbau epischen Ausmaßes betrieben. Laut Nachwort des Romans macht ihm das Spaß und das spürt man beim Lesen. Die vielen Länder und Völker von Nankan sind grundverschieden und haben alle eine eigene Geschichte und Entwicklung, was sich insbesondere bei den Technologien zeigt. Es gibt ungewöhnliche geographische Formationen, die bei der Rettung der Welt eine Rolle spielen und der Leser kann sich über abwechslungsreiche Settings freuen, wenn er die Charaktere bei ihrem Abenteuer begleitet.

Auch die Hauptcharakterin des Buches ist ungewöhnlich. Die Heldin Danéstra ist in einem untypisch fortgeschrittenen Alter, wenn man sich zum Vergleich die Hauptfiguren der in den letzten Jahrzehnten erschienenen Fantasy-Romane anschaut, die meist eher gerade der Pubertät entsprungen sind. Auch das sorgt für Abwechslung und eine erfrischende Perspektive. Wie so häufig bei Markus Heitz ist der Inhalt von Die Klinge des Schicksals im Bezug auf die Gewaltdarstellung stellenweise nichts für zartbesaitete Gemüter.

Die Klinge des Schicksals ist über große Strecken spannend und unterhaltsam. Die Charaktere haben mit vielen Gefahren zu kämpfen und es gibt mehrere Täuschungen, die für interessante Wendungen sorgen. Wie immer bleibt zu hoffen, dass Markus Heitz noch den einen oder anderen weiteren Roman in seiner neu erschaffenen Welt spielen lassen wird.

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